UMBAU REMISE BAD UTTWIL (2005-2007)

Das ehemalige Ökonomiegebäude mit angebautem Wohnteil erhielt durch den Ausbau der Tenne einen vielfältig nutzbaren Wohnraum von immensem Ausmass, der vom imposanten und reich gegliederten Holztragwerk bestimmt wird. Die bestehenden Niveauunterschiede des Bretterbodens wurden zugunsten einer inneren Topographie beibehalten und neu akzentuiert. Eine neue Treppe führt zur bestehenden Kegelbahn und zur Praxis im Erdgeschoss. Der Ausbruch einiger Wände erlaubte eine schlichte Anordnung der Räume im massiv gemauerten Wohnteil. Durch den Einbau einer Serie von Fenstern in den Längsfassaden gelangt fein dosiertes Tageslicht in die ursprünglich dunklen Tenne. Ein neues übergrosses Fenster in der Ostfassade schliesslich leitet die Morgensonne mit gezielter Wucht in den ansonsten introvertierten, zeltartigen Raum und öffnet den Blick gegen den Himmel. 

 

Der Charakter des Fachwerkbauweise konnte mit der geschickten Anordnung der Dämmebene sowohl innen wie auch aussen beibehalten werden. Das Schlämmen der neuen Unterdachplatten mit einer Mixtur aus Asche und Ziegelmehl trägt zu einer weitgehend „originalen“ Farbstimmung bei. Als offensichtlichste Teile des Eingriffs treten Gitterwerke aus Eschenlatten in Erscheinung, welche die dominante Thematik des bestehenden Stabtragwerks fein paraphrasieren. Mit dem Einsatz von Stofftapeten und freiliegenden Teppichen gelang es, dem übergrossen „Bühnenraum“ eine wohnliche Stimmung zu geben.

 

OBJEKT
Innerer Ausbau einer denkmalgeschÜtzten Remise am Bodensee, Baujahr 1802


STANDORT
Uttwil, Bodensee 


MATERIALISIERUNG
Riegelbau, ausgefacht, Böden massiv, Geländer und Gitterwerke in Esche 

Uttwil.pdf