PROJEKTWETTBEWERB ZEHNTENSCHEUNE DIETIKON

Der Ausbau der Zehntenscheune zu einem neuen Aufführungs- und Versammlungsort der Gemeinde versucht dem Wert des Altbaus und der sensiblen ortstypischen Situation überzeugend Rechnung zu tragen und mit gezielten Mitteln einen neuen „Leuchtturm der Kultur“ zu formulieren. Dazu dient die Festlegung von wesentlichen typologischen Elementen, welche die Zehntenscheune am Ort verankern. Der Anbau auf der Nordseite der Zehntenscheune wird abgebrochen und damit die Dachfläche in ihrer ehemaligen Klarheit wiederhergestellt. Durch das Auslagern der Erschliessungselemente gelingt das integrale Erhalten und Freilegen der wertvollen historischen Bausubstanz wie der Bohlenwand im Erdgeschoss, der Riegelwand gegen den „Alten Bären“ und des gesamten Dachstuhls. Die neue grosszügige Wendeltreppe und der Warenlift sind landwirtschaftliche Ökonomiebauten verwandt. In der Westfassade wird die neue kulturelle Nutzung als „Haus der Bevölkerung“ mit dem Ausbruch von einem grösseren Fenster deutlich thematisiert, das abends je nach Veranstaltung unterschiedlich leuchtet und das Innere des ansonsten hermetischen Baukörpers nach aussen preisgibt.

 

Die wesentlichen Räume der Zehntenscheune werden beibehalten und gestärkt, mit dem Auslagern der Erschliessung in den freistehenden Anbau aber auch deutlich geklärt. Die ehemalige Tenne wird durch den Abbruch des nördlichen Anbaus wieder als durchgehender Raum formuliert. Die beiden grossen Tenntore können im Sommer voll geöffnet werden und erweitern das geräumige Foyer in der attraktive Zugang durch die Schlupftür. Im Winter gibt ein Filzvorhang den notwendigen Schutz vor Zugluft. Im teilweise zweigeschossigen Foyer ist der Barbereich angeordnet, der auch während Anlässen im Saal betrieben werden kann. Mit Jalousieläden lässt sich der Saal aber gegen das Foyer hin öffnen, womit eine räumliche Beziehung hergestellt werden kann. Über eine seitliche Verbindung gewährt die Wendeltreppe und der Lift den Zugang zum Saal im Obergeschoss.

 

Die dunkelrote Farbe des Holzwerks der Bühneneinbauten, der Fenster und der Ziegellattung hebt sich vom gebrochenen Weiss des Innenputzes sowie dem dunklen Farbton des Balkenwerks beruhigend ab und vermittelt eine ausgewogene und konzentrierte Atmosphäre. Ein Vorhangsystem erlaubt es, neben dem Verdunkeln des Saals die Akustik entsprechend der Nutzung einzustellen. Die Bühne ist mit mobilen Elementen aus bakelisierten Sperrholzplatten flexibel ausbaubar. Vom hinteren Bereich der Bühne führt eine Treppe hinauf zu den Künstlergarderoben, die auch über eine Auszugstreppe vom Foyer her erreicht werden können.

 

OBJEKT
Wettbewerb für eine Zehntenscheune in Dietikon

 

STANDORT
Dietikon 

 

MATERIALISIERUNG
Holzkonstruktion

 

MITARBEIT
Johannes Käferstein, Murat Ekinci, Urs Meister