PROJEKTWETTBEWERB KIOSK IM SEEBAD MYTHENQUAI, ZÜRICH (2010)

Zurückversetzt vom Seeufer steht die luftige Holzkonstruktion leicht vom Rasen abgesetzte mitten im Park. Durch die offene Fassade und die umlaufende Veranda kommuniziert der Bau allseitig mit seiner Umgebung und ist durch die Anordnung von mehreren räumlichen Schichten in der Tiefe gestaffelt. Ein dichter Raster von Holzstützen prägt den stark gegen den See orientierten Aussensitzplatz und zeichnet das Bild der Stämme des Parks in abstrahierter Form im Pavillon nach. Im Inneren ist der Stützenwald gelichtet, um offenere Zonen und einen freien Bewegungsfluss zu erlauben. Das Gebäude fügt sich als leichter Pavillon minimal invasiv in die Parkanlage ein. Eine auf schlanken Betonstreifen lagernde, leicht über dem Terrain schwebende Betonplatte bildet die Basis für eine feingliedrige Holzkonstruktion. Das delikate Flechtwerk ist aus seriell gesetzten Kreuzstützen und einem engmaschigen Deckengebälk aus schlanken Brettern konstruiert. Jalousieartig verstellbare Lamellenrahmen bilden die Fassade, die sich je nach Exposition mit grosszügigen Türelementen öffnen lässt. Skulpturen einer Wasserspringerin in fünf verschiedene Stadien ihres Kunstsprunges, angefertigt in Holz und mit einer Kopierfräse vervielfältigt, integrieren sich in einige der vielen Stützen des Gebäudes. Beinahe unauffällig scheinen diese Skulpturen von mehreren Seiten des Gebäudes her ihrer konzentrierten, etwas einsamen und doch auf Publikum angewiesenen Tätigkeit nachzugehen. Obwohl starr, bringen sie aus der Höhe zarte Bewegung in den Stützenwald.


OBJEKT
Wettbewerbsprojekt für einen Kiosk in einem Seebad

STANDORT
Mythenquai, Zürich

MITARBEIT
Johannes Käferstein, Urs Meister, Levin Meraner, Urban Blaas

LANDSCHAFTSARCHITEKTUR
KOLB Landschaftsarchitektur, Zürich, Thomas Kolb

KUNST
Severin Müller, Zürich