BERUFSBILDUNGSZENTRUM DIETIKON (2011-13)

Das von Georges Künstler 1967 - 70 errichtete Gewerbeschulhaus ist ein wuchtiger Solitär im städtischen Gefüge von Dietikons Zentrumsbereich und klar als ein typischer Bau der Spätsechzigerjahre erkennbar. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich das Zentralschulhaus, eine weitere Grossschulanlage sowie das Stadthaus. Bezeichnend ist die kompakte Würfelform, die dem Gebäude im heterogen und kleinteilig bebauten Quartier einen unverwechselbaren Charakter verleiht. Dem Gebäude südlich vorgelagert ist eine Parkanlage, die dem Grossbau seinen uneingeschränkten Platz zuweist und ihm auch eine gewisse Grosszügigkeit verleiht. Das unprätentiöse Gebäude lebt durch seine reduzierte, auf Funktionalität bedachte Formensprache, die durch Fensterbänder und vorgehängte, grob lamellierte Betonplatten geprägt ist.

 

Die Bausubstanz des Berufsschulzentrums ist generell in einem Zustand, der eine Sanierung in nächster Zukunft erfordert. Insbesondere die gesamte Haustechnik hat ihre maximale Lebensdauer erreicht und muss vollumfänglich rückgebaut und ersetzt werden. Der Rohbau ist weiterhin tragfähig, es müssen aber Verstärkungsmassnahmen eingeplant werden. Die Fassade weist grosse bauphysikalische Mängel auf und entspricht nicht mehr heutigen Standards. Sie muss unter Beibehaltung des Fassadenbildes und der bestehenden Betonelementen umfassend saniert werden.

 

Im Juni 2013 wurde der konkrete Raumbedarf vom Mittelschule- und Berufsbildungsamt definiert, welcher neben einer zusätzlichen Doppelturnhalle mit Nebenräumen rund zwölf Unterrichts- und Gruppenräume sowie eine Aula umfasst. In der vorliegenden Machbarkeitsstudie wird nun untersucht, wie das Gebäude unter architektonischen, technischen-konstruktiven und denkmalpflegerischen Gesichtspunkten erweitert werden kann. Drei Aufstockungsvarianten mit unterschiedlichen Sockelweiterungen wurden vertieft untersucht, zusätzlich ist eine Variante mit einer beidseitigen Sockelerweiterung miteinbezogen worden. 


Das Gebäude bietet mit einer Aufstockung und einer Sockelerweiterung ein grosses Potential für eine zukunftsträchtige Nutzung des Berufsschulzentrums. In einem Wettbewerbsverfahren können Lösungen gefunden werden, welche innerhalb der denkmalpflegerischen Rahmenbedingungen qualitativ hochstehende städtebauliche, architektonische und konstruktive Antworten geben.


OBJEKT

Machbarkeitsstudie und Zustandsanalyse eines Berufschulhauses


STANDORT

Dietikon, Zürich


AUFTRAGGEBER

Hochbauamt des Kantons Zürich


MITARBEITER

Urs Meister, Annie Blackadder, Urban Blaas, Angela Feldmann, Ivo Oberholzer, Sophie Nussbaumer, Benjamin Shires